Eleonore Magdalena – Die Kaiserin aus Düsseldorf (Teil 3)
Genießerin, Politikerin, Büßerin
Für Katarina
VON PETER HACHENBERG
Dies ist der dritte Teil eines Beitrages über Eleonore Magdalena Theresia, die älteste Schwester unseres Kurfürsten Johann Wilhelm II. 1655 im Düsseldorfer Schloss geboren, erlangte sie die höchstmögliche Position, die in ihrer Zeit einer Frau offenstand: Sie wurde Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In Düsseldorf ist sie völlig vergessen worden, was dieser Beitrag ein wenig ändern soll. Man kann ihn lesen, ohne die ersten beiden Teile zu kennen, deren Lektüre ich jedoch wärmstens ans Herz lege. Noch ein Hinweis: Der Text enthält einige Zitate in der deutschen Sprache des 17./18. Jahrhunderts. Sie sind leicht zu verstehen, besonders wenn man sie sich laut vorliest.
Kräuter und schlechtes Gemüß
Wie sieht es aus zu Tisch in barocken Zeiten bei der Kaiserin in Wien? 1721 berichtet darüber der Jesuitenpater Franz Wagner:
„Noch bei Lebenszeit Leopolds, ihres Ehegemahls, machte sie schon ein Gesetz, daß man ihr zum Mittagmahl eigens für sie zugerichtete vier Speisen, abends aber drei auftrüge: und diese weder kostbahr, weder täglich abgewechslet, sondern ein wie den anderen Tag aus Kräuter und anderen schlechten Gemüß zubereitet. Von diesen aß sie wenig; von denen Kayserlichen Speisen aber berührete sie kein einzige (…).“ (1)
Nach dem Tod des Kaisers 1705, „in ihrem gantzen Wittibstand (Witwenstand)“, enthielt sie sich „allem Geflügel“ und „verkostete endlich nichts was schleckerhaft und zum Lust ausgesucht, aufgesetzt wurde.“ (2)
In der Fastenzeit vor Ostern, den ganzen Advent und all den anderen zahlreichen Fastentagen „genoss sie nichts, als was aus dem Closter allhiesiger Carmeliterinnen (her)beygebracht worden. Dieser Orden hat (…) auch dieses, daß sie nicht allein des Fleischessens, sondern auch Schmalz und Butters sich in Bereitung ihrer Speisen enthalten und allein des Oels gebrauchen, welches dem Teutschen Magen etwas ungewöhnlich und widriges.“ (3)
Reichlich karge Kost also, die da auf den Tisch der Kaiserin gelangt. Die Rede ist von der 1655 in Düsseldorf geborenen Eleonore Magdalena Theresia von Pfalz-Neuburg, die in einer einzigartigen Karriere 1776 den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Leopold I. heiratet. Ihre Heimat ist fortan in Wien, in der Hofburg, sie bleibt aber stets in engem Kontakt mit ihrem Vater Philipp Wilhelm und insbesondere auch mit ihrem ältesten Bruder, dem in Düsseldorf residierenden Kurfürsten von der Pfalz und Herzog von Jülich und Berg, Johann Wilhelm II., volkstümlich Jan Wellem genannt. Die Geschwister entstammen dem Haus der Pfalzgrafen und Herzöge von Pfalz-Neuburg an der Donau, ca. hundert Kilometer nördlich von München, die Anfang des 17. Jahrhunderts durch Erbschaft die Herrschaft in Düsseldorf übernahmen.
Bis heute eilt Eleonore der Ruf nach, sie sei eine mit sich besonders strenge und überaus fromme, „heiligmäßige“ Kaiserin gewesen, ein Ruf, der sich nicht zuletzt ihrem bereits genannten Biographen, dem Jesuitenpater Franz Wagner verdankt, der schon kurz nach ihrem Tod 1720 eine zunächst auf Latein, dann aber 1721 auch in deutscher Sprache verfasste Lebensgeschichte veröffentlichte, die diesem Beitrag unter Anm. 4 auch als PDF anhängt. (4)
Geselchtes Fleisch, Zunge und Pumpernickel
Von dieser mittlerweile 44jährigen Eleonore erhält nun im Mai 1699 der im Düsseldorfer Schloss residierende Johann Wilhelm einen Brief, der nach der Schilderung von allerlei diplomatischen und politischen Geschäften ein Dankeschön und eine Bitte enthält:
„Bedanke mich auch über das überschickte Fleisch, Zungen und Pumpernickel, wir zehren noch als davon, allein bitte ich, dero Liebden wollen wieder ein Pumpernickel schicken, (…) der letzte war sehr gut, ich hab ihn fleißig aufgegessen, habe viele Wochen daran gegessen. Das geselchte Fleisch und Zunge hat auch allen wohl geschmeckt, dafür schönsten Dank.“ Wenn „dero Liebden“, also Johann Wilhelm, wieder einmal etwas schicken wolle, dann gerne auch ein „rechtes Pökelfleisch“, das „würde hier auch wohl schmecken.“ (5)
Die Zitate aus den Briefen Eleonores habe ich zur besseren Lesbarkeit vorsichtig an die moderne Rechtschreibung angepasst. Die ungeglätteten Originale mit Quellenangabe im Internet findet man jeweils in den Anmerkungen.
Besonders Käse hat es der Kaiserin angetan. So komme sie, schreibt sie am 13. Mai 1699 an ihren Bruder, „schon wieder mit einer Bettelei um ein Tex Käs, holländischen Käs (wahrscheinlich von der Insel Texel) vom guten, und auch ein Lantert (Stück?) mir zu einer Probe für meine schwangere Frau Tochter, sie isst unerhört gern Käs, ich werd mich zwar auch mit zu Gast laden.“ (6)
Dass zu einem guten Käse ein guter Wein oder ein gutes Bier gehört, weiß Eleonore natürlich. Von Bier, insbesondere aber vom Wein, ist über die Jahre immer wieder die Rede.
Hier ein Beispiel aus einem Schreiben an ihren Vater aus dem Jahr 1681:
„Ich tue mich gegen euer Durchlaucht untertänigst bedanken für die Wein, Bier und Käse, so sie mir gnädig überschickt haben, ist wohl alles haupt gut. Zwar den Wein hab noch nicht von getrunken, spar ihn, bis wir auf Wien kommen, (…), weiß aber wohl, dass er perfect sein wird. Das Bier ist noch gar gut ankommen, und die Käs kann ich nicht genügend loben.“ (7)
Reales Bild oder fiktives Ideal?
So schreibt sie also über ihre kulinarischen Vorlieben an ihren Düsseldorfer Bruder. Kaum zu glauben, dass es sich hier um die dieselbe Frau handeln soll, wie sie von Wagner beschrieben wird. Transportiert der Jesuit hier ein asketisches Ideal, das der Person aus Fleisch und Blut kaum nahekommt?
Schwierig zu sagen. Man muss sich dabei zunächst natürlich vor Augen halten, dass es sich bei diesen Vorlieben um höchst private, keinesfalls für die Öffentlichkeit gedachte Angelegenheiten handelte. Die Kaiserin konnte kein Interesse daran haben, dass derlei Informationen publik werden, die sicherlich ihrer Reputation geschadet hätten.
Andererseits gilt: „Wagner jedenfalls hatte bei seiner Darstellung (…) auf persönliche Kenntnisse zurückgreifen können. Es gibt Indizien dafür, dass die Kaiserin-Witwe ihm zu ihren Lebzeiten ermöglicht hatte, in den kaiserlichen Archiven zu arbeiten bzw. adelige Bibliotheken (…) zu benutzen.“ So die Wiener Historikerin Katrin Keller. (8)

Tatsächlich beschreibt der Biograph Aussehen und Charakter Eleonores so lebendig und eindringlich, dass man davon ausgehen kann, dass vielleicht sogar ein engerer persönlicher Kontakt bestand. Ihr Äußeres schildert er z.B. so: „Auch etwas von ihrer äusserlichen Leibsgestalt zu melden, so war ihr Länge mittelmäßig (sie war mittelgroß), (…) die Stirn sichtlich weit; die Augen weit hervor stehend; das Angesicht mit denen so genannten Sonnenmackeln (Sommersprossen) etwas besprenget; breite Schultern; die Nasen und Mund mittelmäßig; das ganze Angesicht nicht nur annehmlich; sondern die gantze Leibsgestalt und Gemüthseinrichtung zeigte etwas Männliches; (…).“ (9)

Zugriff auf die Briefe Eleonores an Vater und Bruder hatte der Biograph natürlich nicht, insofern blieben ihm die heimlichen Vorlieben der Kaiserin ohnehin verborgen, und insgesamt gilt wohl, was Katrin Keller als Zweck der Schilderung Wagners angibt: „Fest steht, dass er kein “realistisches” Bild der Kaiserin zeichnen wollte, sondern sie als Idealbild einer frommen, geradezu heiligmäßigen Fürstin beschrieb. Fest steht aber auch, dass seine Schrift zur gedruckten Verbreitung eines idealisierten, aber doch auch wichtige Charakterzüge der Kaiserin überliefernden Bildes wesentlich beigetragen hat.“ (10)
Eine einzigartige Briefedition
Hier ein kurzes, komplettes Beispiel. Neujahrsgrüße Eleonores an ihren Bruder vom 31. Dezember 1710, links das Faksimile des Originalbriefes, rechts die Transkription, die ich zur besseren Lesbarkeit noch einmal daruntergesetzt habe. Ansonsten verweise ich auf die Anmerkungen, in denen alle zitierten Briefe verlinkt sind.

Durchleüchtiger Curfürst, mein herzallerlibster herr bruder
Vohr dero so liebreichen anwuntsch zu diesen heiligen feirdagen vndt jahrswexel sage von innersten herzen schuldigen dankh. Bitte gott, dero Liebden mitt allen glükhsehlichkeiten zu überheüfen, mihr aber ville gelegenheit zu geben, dero Liebden mein bestendige schwesterliche lieb zue erweisen, welches mein gröste glukhsehlichkeit sein wurde, die ich lebenslang bestendig verbleibe
dero Liebden getrewste schwester Eleonora
Wien den lezten des 1710 iahrs
Musik
Ein starkes Band in der ohnehin schon harmonischen Ehe zwischen Eleonore und Leopold bildete die Leidenschaft für die Musik. Über Leopold sagt das „Oesterreichische Musiklexikon“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Leopold zeigte „in Sachen Kultur (und im Besonderen Musik) (…) hohes persönliches Engagement. Leopold war nicht nur der produktivste unter den sog. „Kaiserkomponisten“ (Ferdinand III., Leopold, Joseph I. und Karl VI.), sondern förderte die Hofmusikkapelle, die unter seiner Regentschaft eine deutliche personelle Aufstockung erfuhr, und verankerte die musikdramatischen Gattungen (Oper, Oratorium, Sepolcro) fix im Jahrescurriculum des Hofes. Die über 400 musikdramatischen Produktionen, die 1658–1705 durch den Kaiserhof veranstaltet wurden, waren Vorbild für viele Höfe Europas.“
Was Eleonore betrifft, so lesen wir z.B. in der Trauerrede des Dompredigers zu Regensburg nach ihrem Tode 1720, dass sie „auch in der Music nach der Kunst gesungen componiert und die Orgel geschlagen habe.“ (12) Dass sie selber komponiert oder die Orgel gespielt habe, lässt sich freilich nicht wirklich zeigen, jedoch erwähnt Wagner ebenfalls, sie „ware auch der Singkunst und Music nicht unerfahren“. (13) Wie sehr sie aber die Musik liebte, zeigt z.B. ein Brief an Ihren Vater über eine Aufführung, die Leopold am 27.07.1680 zu Ehren ihres Namenstages im Paradiesgarten der Wiener Hofburg veranstalten lässt:
„Auf dem Sankt Maria Magdalena Tag haben Majestät dort ein Musik halten lassen, welche ich Euer Durchlaucht hiermit gehorsamst überschicke, denn sie war ganz herzig (allerliebst, liebenswert). Mein Kleiner hat ein große Freud damit, ist ihm nichts über Geigen und Musik, lasse ihn des Abends schier alle Zeit zur Tafelmusik herumtragen, da ist eine große Freud und er gewohnt auch damit, unter viel Leuten zu sein und fremde Gesichter zu kennen, deren es allezeit genug bei der Tafel gibt, wie Euer Durchlaucht wohl wissen.“ (14)
Das Schreiben verrät im Übrigen auch das natürliche und warme Verhältnis zu ihrem seinerzeit zweijährigen Söhnchen, dem späteren Kaiser Joseph I.
Als Großprojekt erweist sich die Vorbereitung einer Opernaufführung anlässlich der Heirat Ihrer Schwester Marie Sophie mit dem portugiesischen König Peter II. Alles muss organisiert werden: Für die Musik engagiert man den berühmten Komponisten Antonio Draghi, für das Libretto Niccoló Minati, das Ganze zieht sich etwa vom Januar 1687 bis zur Hochzeit desselben Jahres im Juli. Briefe und Partituren zirkulieren zwischen Wien, Heidelberg, wo sich ihr Vater aufhält, und Johann Wilhelm in Düsseldorf.
Mit dem ihr eigenen Elan stürzt sie sich in die Arbeit. Am 17. April 1687 kann sie an ihren Vater schrieben, dass sich das Projekt dem Ende zuneigt:
„Überschicke euer Durchlaucht untertänigst das Ende der Oper vom Minati. Der Dragi wird auch auf künftigen Sonntag wieder ein guten Teil schicken. (…) Es kommt mir sonst vor, es sei nicht übel, sowohl die Music als die Poesie. Ich hab zwar nur etliche Arien noch davon gehört, die ihr Majestät geschlagen haben. Ihr Majestät haben auch 3 Arien davon gemacht, (…). Sie sind gar schön.“ Leopold hat also offensichtlich nicht nur einige Arien vorgespielt, sondern selbst drei eigene zur Oper beigetragen.“ (15)
Schauen wir nun, was unser Biograph dazu zu sagen hat. Wie zu erwarten, dreht er alles wieder ins Heilige. Noch zu Lebzeiten ihres Gatten Leopold habe Eleonore „denen oft viel Stund langen Musicalischen Schauspielen“, also den üppig ausgestatteten Opern am Hofe, beigewohnt, aber damit sie keine Zeit zum Gebet versäumte, habe man ihr die Psalmen Davids aus dem Alten Testament „in eben jener Grösse, Gestalt und Farb eingebunden(…), in welcher sonst die Music und Reimen des Lusts- oder Trauerspiels eingebunden denen Kayserl. Majestäten pflegen dargereicht zu werden.“ (16)
Man band also die biblischen Verse in ein Büchlein, das genau so aussah wie das Libretto – wohl samt Noten –, das man für die hohen Herrschaften für die Aufführung herstellte. So vermochte sie auch unter „gehaltenen Schauspiel die heiligen Psalmen abzulesen“ und so den Anschein erwecken, als „ergötzte sie ihre Augen und Ohren mit der Kostbarkeit der Schaubühne und Süßigkeit der auserleßnesten Stimmen“ wobei sie sich in Wirklichkeit den Psalmen widmete. (17)

Diese häufig wiedergegebene Anekdote findet sich also schon bei Ihrem ersten Biographen und verfolgt die Kaiserin in etwas abgewandelter Form bis in den aktuellen Wikipedia-Artikel: „Selbst wenn sie, Leopold zuliebe, in die Oper ging, hatte sie ein Gebetbuch dabei, in welchem sie zwischendurch immer las, da sie für derartige Frivolitäten nichts übrig hatte.“
Aber vielleicht ist tatsächlich etwas dran: Gut vorstellbar, dass sie die Geschichte von den ins Opernbüchlein eingebundenen Psalmen kannte, ihre Mitmenschen aber genau in eben diesem Glauben beließ, so dass alle Welt denken musste, wie fromm sie doch sei. Dabei genoss sie in vollen Zügen den wunderbaren Operngesang und las im Libretto eifrig mit. Man traut es ihr fast zu, sie war eine schlaue Frau.
Politikerin
Nun soll nicht der irreführende Eindruck entstehen, bei der Korrespondenz Eleonores handele es sich im Wesentlichen um Kulinarisches, Musikalisches oder sonstige adelige Vergnügen wie die hier noch kurz zu erwähnende Jagd, an der sie auch leidenschaftlich gern teilnimmt, wenn auch nicht als aktive Schützin. (18)
Nein, der mit Abstand größte Teil des Briefwechsels dreht sich um politische Themen im weitesten Sinne. Da ist zum einen im Interesse der pfalz-neuburgischen Hauspolitik die stete Fürsorge für die Brüder und Schwestern der eigenen Familie: Immer wieder geht es z.B. um den Bruder Karl Philipp (1661 – 1742), der später Johann Wilhelm als Kurfürst nachfolgen wird, oder um Franz Ludwig (1664 – 1732), den Fürstbischof von Breslau und seit 1694 Hochmeister des Deutschen Ordens. Die Karrieren der königlich oder fürstlich verehelichten Schwestern sind im Auge zu behalten: Marie Sophie (1666 – 1699) wird, wie schon erwähnt, 1687 zweite Gemahlin König Peters II. von Portugal, Maria Anna (1667 – 1740) 1690 die zweite Gattin König Karl II. von Spanien, um nur zwei Beispiele zu nennen.


Zum anderen drängen sie Vater und Bruder immer wieder dazu, in deren Sinne in allen denkbaren diplomatischen und politischen Angelegenheiten bei Leopold vorstellig zu werden. Nach dem Tod von Vater Philipp (1690) und des Kaisers ist es Bruder Jan Wellem, der Leonore stetig um Vermittlung bei den beiden späteren kaiserlichen Söhnen Joseph I. und Karl VI. bittet.

Und es sind kriegerische Zeiten! 1683 stehen die Osmanen vor Wien und werden nur mit Hilfe des polnischen Königs Jan Sobieskis besiegt, im Westen tobt mit Erzfeind Frankreich zunächst der pfälzische Erbfolgekrieg (1688 -1697) und dann der spanische (1701 – 1714). 1693 wird das Heidelberger Schloss von den Franzosen bis auf die Grundmauern niedergebrannt. In all diesen Krisen und Kriegen ist Eleonore dem Kaiser eine unerlässliche Hilfe und Partnerin.
Wagner beschreibt in seiner Biographie sehr schön, dass der Kaiser „in harten Umbständen sich Raths bey ihr erholete. Er vertrauete ihr seine innerste Heimlichkeiten: geheime Schrifften und von denen Bottschaffftern einlaufende (verschlüsselte) Ziffer-Brieff liesse er durch sie auflösen und übersetzen, in welcher verdrußvollen Arbeit sie manche lange Nacht zugebracht.“ (19)
Der Historiker Joseph Johannes Schmid fasst es so zusammen: „Da der Kaiser angeblich kein Französisch verstand, wurde sie zur zentralen Anlaufstelle nahezu der gesamten Korrespondenz in dieser Sprache: quasi zur Poststelle, Sekretärin und Dolmetscherin in einer Person. Die so gewonnene Position verlieh Entscheidungsspielraum. (…) Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus diesen Hilfsdiensten eine regelrechte Position: Eleonore Magdalena sortierte die kaiserliche Korrespondenz, las dem Kaiser vor und besprach mit ihm die Antworten.“ (20)
Ein interessantes Schlaglicht auf Eleonores Vermittlerrolle fällt durch einen gewagten Friedensplan, mit dem sich Johann Wilhelm am 27. Februar 1694 während des pfälzischen Erbfolgekriegs nicht direkt an den kaiserlichen Schwager wendet, sondern ein entsprechendes Schreiben an sie schickt mit der Bitte, ihn „ihro kayserliche Mayestät unter 4 Augen vorzuelesen“, ihm dann Leopolds „gnädigsten befehl darüber (…) zue ertheillen“ und den Brief anschließend zu verbrennen. Der Plan sieht nicht weniger vor, als das bisherige antifranzösische, auch protestantische Mächte umfassende Bündnis aufzugeben und einen Separatfrieden zwischen Kaiser, weiteren katholischen Mächten und den Franzosen abzuschließen, ein überaus heikles und brisantes Unterfangen, in das Johann Wilhelm also seine Schwester mit der Bitte um Vermittlung einweiht. Aber Kaiser und Reich würden so alles „in rechte ruhe“ stellen und „unsere catholische religion völlig in sicherheit“. (21)
Aus der Sache wird freilich nichts. Eleonore schreibt ihrem Bruder am 24. April des Jahres lapidar, ein hoher Hofbeamter Johann Wilhelms habe wohl schon eine Antwort überbracht: Der „Hamilton (wird) schon längst geantwortet haben, also hat es dabei sein Bewenden.“ Die Sache wurde wohl bei Hofe als wenig realistisch eingeschätzt. (22)
Die Büßerin
Ohne Zweifel ist Eleonore zeitlebens eine zutiefst religiöse Frau, wobei sich diese Religiosität mit zunehmendem Alter wohl immer stärker ausprägt und, glaubt man der jesuitischen Überlieferung, sogar extreme Formen annimmt. (23) Mehrfache Messbesuche, regelmäßige Gebets- und Kontemplationsstunden und intensive Gewissenserforschung bestimmen den Tagesablauf, mehrmals in der Woche legt sie die Beichte ab. (24) Sicher bedeutet besonders auch der Tod Leopolds am 5. Mai 1705 einen tiefen Einschnitt. Ihre Trauerkleidung wird sie 15 Jahre lang bis zu ihrem Tode nicht mehr ablegen.
Laut Wagner sei Eleonores Fastenpraxis, wie wir schon gesehen haben, streng gewesen. So streng, dass sie gemäß seiner Auskunft den Geschmacks- und Geruchssinns einbüßt:
„Durch so ungeschmache (geschmacklose) Kost hat sie gleichsamb allen Geschmack verlohren und wusste bald unter Bittern oder Süssen kein Unterschied zu machen.“ (25)
So wie sie wegen der „der vilfältigen Fasten den Geschmack fast gäntzlichen verloren, will ich nunmehro ein gleiches von dem Geruch vermeldet haben, also daß sie unter dem guten und üblen Geruch fast keine Unterschied zu machen wusste. (26)
So recht passt es da freilich wieder nicht in das Bild der mit sich so strengen Eleonore, was sie als nunmehr 58jährige Witwe im Februar 1713, also immerhin acht Jahre nach dem Tod des Gatten, an ihren Düsseldorfer Bruder schreibt:
„Tue mich auch schönsten bedanken, das dero Liebden mir wollen wider mit Schinken, Fleisch und Käs regaliren (versorgen), wird alles auf dero gute Gesundheit verzehrt werden, bin nit wert, das dero Liebden so fleißig auf mich gedenken.“ (27)
Auch ihr politisches Geschäft betreibt sie wie eh und je, wenn auch unter veränderten personellen Vorzeichen, da nach dem Tode Leopolds zunächst ihr Sohn Joseph und ab 1711 der zweite Sohn Karl die Kaiserwürde übernimmt. Immer wieder mischt sie mit in den pfalz-neuburgischen Angelegenheiten und interveniert auf Bitten ihres Düsseldorfer Bruders bei den Söhnen.
Eine Zeitgenossin, die berühmte Reisende Lady Mary Montague berichtet jedenfalls 1716/1717, also 12 Jahre nach dem Tod Kaiser Leopolds I., nach einer Audienz skeptisch und geradezu bissig von Eleonore als „einer Fürstin von großer Tugend und Güte, die sich aber selbst sehr mit ihrer übertriebenen Frömmigkeit brüstet und fortwährend außerordentliche Bußübungen errichtet ohne jemals etwas getan zu haben, um sie zu verdienen. Sie hat dieselbe Anzahl von Ehrenfräuleins wie die Kaiserin (die Gattin ihres kaiserlichen Sohnes Karl VI.), denen sie gestattet, bunt gekleidet zu gehen, sie selbst legt aber niemals ihre Trauer ab.“ (28)
Vielleicht sollte man insgesamt eine gewisse Vorsicht walten lassen bei der Betrachtung der sich so strenge Buße auferlegenden Kaiserin. Dies trifft insbesondere auf die Schilderung einer Ausprägung der barocken, besonders der habsburgischen Frömmigkeit zu, die uns Heutige besonders seltsam berührt, die Selbstauspeitschung oder Selbstgeißelung: „Eine besondere Form der barocken Askese stellte die Selbstgeißelung dar, (…). Diese Praxis, sich selbst zu geißeln, war schon seit dem Mittelalter verbreitet und wurde „Disciplin“ genannt. Nach den Lehren der Gegenreformation sollte der Geist durch die Unterdrückung des Körpers befreit werden, womit man seine Sünden bereits auf Erden büßen konnte.“ (29)
„Fast täglich züchtigte sie ihren unschuldigen Leib mit Geißlen“, so berichtet wieder Wagner. An Vorabenden zu Feiertagen „vermehrte sie die Strengheit, zerschluge sich mit eysernen Kettllein und verschiedener Art deren Geißlein (…) also daß das häuffig abfliessend und die Erde befeuchtende Blut auf dem Boden des Gemachs blutige Merckmalen hinterlassen.“
Als man nach ihrem Tod den Kasten, in dem sie ihre Folterwerkzeuge zu verwahren pflegte, öffnete, „erstauneten alle, indeme neben verschiedenen durch langen Gebrauch abgefegten und entsetzlich blutigen Arten deren Geißlen auch allerley theils härene (aus Haar, grober Faser bestehend) , teils eyserne mit scharpffen Stachlen duchdringende Bußgürtel in selben gefunden wurden, mit welchen sie (…) die Lenden, Armb und Füsse umgürtet, also dass sie ohne grosser Empfindlichkeit sich noch zu bewegen noch zu gehen vermöchte:“ (30)
Wagners Kollege, der Domprediger zu Innsbruck Jacob Holderriedt versteigt sich 1720 sogar zu der Behauptung „Ihr Leib sey von Striemen und Streichmaaßen und von über dem gantzen Leib abhangendem Bußhemd dergestalten zugerichtet gewesen, daß kein gesundes Glidlein kunte (konnte) angetroffen werden.“ (31) Kaum vorstellbar, dass sie sich in einem solchen Zustand noch irgendwelchen politischen Geschäften hätte widmen können.
Wie auch immer es um den Wahrheitsgehalt solcher Schilderungen blutiger Bußübungen bestellt sein mag, aus Eleonores Feder erfahren wir davon nichts. Von den Geißelungen und übrigen Torturen wisse man – so Wagner – auch nur deshalb, weil sie eigentlich gegen ihren Willen ans Licht gekommen seien. Sie habe aber durch den durch einen Schlaganfall verursachten Verlust der Sprache in ihren letzten Lebenstagen nichts dagegen tun können. (32)
Von ihrem tiefen Glauben zeugt in berührender Weise hingegen ein Dankesbrief an ihren Bruder in Düsseldorf vom 26.02.1716, der ihr ein Buch der spanischen Mystikerin Maria de Jesús von Ágreda geschickt hatte. Mit wenigen schlichten Worten gibt sie hier ein Zeugnis ihrer Frömmigkeit, das für mich sehr viel überzeugender ist als die blutrünstigen Schilderungen der Patres der Gesellschaft Jesu. Aber die Zeitgenossen mögen das anders gesehen haben:
„Tue mich auch schuldigst und herzinniglichst bedanken für das schöne überschickte Buch, und ist mir dieses ein doppelt Freud und Trost, das dero Liebden nit allein meiner wenigen Person eingedenk, sondern auch für mein ewiges Heil, an welchem alles liegt und ohne welche alles andere niks ist, sorgen wollen.“ (33)
Der Tod einer Kaiserin
Am 1. Januar 1720, einem Montag, begibt sich Eleonore um sieben Uhr morgens in die Kapelle zur heiligen Messe. Da sie nicht in angemessener Zeit zurückkehrt, eilt ein Kammerfräulein besorgt dorthin und findet die „Kayserin nach der Länge auf der Erden liegend an“, „ganz unbeweglich und sprachlos, also unfehlbar von einem Schlag (…) gerühret“. Man bringt Eleonore zu Bett und sieht bei ihrer Entkleidung „die eysern Gürtelein“ und „die blaue an vielen Orthen durchstochene“ und mit „Wundmahlen übel zugerichte Arm“. (34(
Wider Erwarten erholt sich die Kaiserin jedoch ein wenig von diesem Schlaganfall, und nach und nach stellen sich auch die „Lebens-Geister wieder ein“, derart, dass sie zu erkennen geben kann, dass „sie sehe, höre und was geredet wurde, verstehe.“ Die Sprache findet sie jedoch nicht mehr wieder und muss wegen der gelähmten „erstorbenen rechten Seiten gantzer 19. Tage auf dem Rucken ligen und (…) Tag und Nacht die empfindlichsten Schmerzen ausstehen“, wobei wegen der Rückenlagerung sogar ein Wundbrand befürchtet werden muss. (35) Während der ganzen Zeit wird sie umhegt von ihren Lieben und findet Trost im stillen Gebet und in der heiligen Kommunion, die ihr täglich von den Priestern überreicht wird.
Am Freitag, dem 19. Januar 1720, beginnen die Priester um ein Uhr nachmittags das Gebet zu sprechen „vermöge dessen nach der Kirchen Verordnung die von dem Leib sich scheidende Seele Gott anbefohlen“ wird: „Wie wohl sie in diesem schwären Todtes-Kampf bis ein Viertel auf 6. Uhr (Viertel nach fünf) verblieb und alsdann den unschuldtigen Geist ihrem Schöpffer sanfftiglich gleich als in einem Schlaf aufgab.“ (36) Nach langem Kampf also ein sanfter Tod.
Bestattet wird Eleonore in der Kapuzinergruft – heute „Kaisergruft“ – in Wien zu Füßen ihres Gatten: „Ihrem eigenen Wunsch entsprechend wurde ihr Leichnam weder seziert noch einbalsamiert, auch nicht im Staatskleid, sondern in einem Ordenshabit aufgebahrt. Es war dies die Kleidung „von der Gesellschaft derer Durchlauchtigst und Hochadeligsten genannten Sklavinnen derer Leibeigenen Dienerinnen Mariae“. Der weiße Habit wurde mit himmelblauem Skapulier getragen, auf dem das Bildnis Mariae Verkündigung auf der Brust eingefügt war. Als Gürtel diente eine einfache Eisenkette, an der ein Totenkopf hing, ihr Haupt wurde mit einem weißen Schleier bedeckt.“
Sie wünschte nur einen einfachen Holzsarg mit der selbstverfassten Inschrift: „Eleonora Magdalena Theresa, Arme Sünderin, gestorben Anno 1720 den 19. Jenner.“ 1993 wurde bei Restaurationsarbeiten der heutige Prunksarg geöffnet, den Eleonores Enkelin, die berühmte Erzherzogin und Kaiserin Maria Theresia 1745 und in einer zweiten Ausfertigung 1755 für ihre Großmutter hatte anfertigen lassen und in den der Holzsarg eingelassen worden war.

Der hölzerne Sarg im Innern war nicht, wie häufiger behauptet wird (37) mehr oder weniger verfallen, sondern laut Bericht der Restauratoren in einem bemerkenswert guten Zustand, wie man auch auf den Fotos ohne Weiteres erkennt: „Zu unser aller Überraschung kam ein aus Nußholz gefertigter Innensarg zum Vorschein, der auf seinem Deckel ein gemaltes Kruzifix aufweist. (…) Der Innensarg war in einwandfreiem Zustand. So wurde er nur gereinigt und wieder auf seinen Platz in der Leopoldsgruft gestellt.“ (38)


Fotos: Kaisergruft in Wien. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Kaisergruft, die mir auch den Bericht der Restauratoren zur Verfügung gestellt hat – siehe Literaturverzeichnis: Ziegler, Josef
Vielleicht ist dieses letzte, auf dem Sarg eingravierte Bekenntnis, nichts weiter zu sein als eine arme Sünderin, auch das ergreifendste Zeugnis der Demut einer wahrlich großen Frau, die sich in ihrem tiefen Glauben ihrer Vergänglichkeit und Unzulänglichkeit bewusst war. Wie schrieb sie an ihren Bruder? Was zählt am Ende? „Mein ewiges heil, an welchem alles ligt vndt ohne welches alles andere niks ist.“
Was bleibt? Ein persönliches Fazit.
Seit einigen Jahren beschäftigt mich nun die Geschichte dieser klugen, tatkräftigen, aber auch überaus liebenswerten Frau, welche die in ihrer Zeit höchstmögliche Stellung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation mit Intelligenz und Energie bei gleichzeitig großer persönlicher Bescheidenheit ausgefüllt hat. Wenn überhaupt eine Frau das Prädikat „starke Frau“ verdient, dann Eleonore. Aber in dem viel gelesenen und auch durchaus lesenswerten Buch „Düsseldorfs starke Frauen“ (39) oder anderen Publikationen taucht sie erst gar nicht auf, ebenso wenig auf Webseiten der Stadt oder gar verewigt in einem Straßennamen. Die im Düsseldorfer Schloss geborene Kaiserin, zeitlebens ihrem berühmten Bruder Johann Wilhelm verbunden, ist in Düsseldorf schlicht eine völlig Unbekannte. Das hat sie nicht verdient. Meine leise Hoffnung ist, dass ich mit den Beiträgen auf meiner Webseite einen kleinen Anstoß geben kann, dies zu ändern.
Anmerkungen
(1) Wagner, S. 138
Zum Thema vergleiche man den Text von Anna Spitzbart „Kochen mit der Kaiserin“ – siehe Literaturverzeichnis.
(2) a.a.O., S. 139
(3) a.a.O., S. 140
(4) Die Biographie Wagners als PDF:
(5) „Bedanke mich auch über das vberschikte fleisch, zungen, fisch vndt pumpernikel, mir zehren noch als daruon, allein bitt ich, dero Liebden wollen wider ein pumpernikel schiken.
(…) Dero Liebden wollen balt einen schiken, (…) der lezte war sehr gutt, ich hab in fleisich aufgeßen, hab vill wochen dran geßen. Das geselchte fleisch vndt zung hatt auch allen woll geschmekt, sach darführ schönsten dankh. Dero Liebden haben gahr zu vill geschikt, vnmasgebig, wan dero Liebden doch die guttheit wollen haben, biß weilen so waß zu schiken, wehre es beßer wehnig auf ein mahl nuhr mit der post, dan wans warmb ist, last sichs nit so lang halten. Ein recht pekel fleisch, mein ich, wurd her auch woll schmeken.“ (Brief 02.05.1699)
https://emt-project.github.io/emt-static/kasten_blau_44_6_0384.html
(6) „Weil dero Liebden mich schon durch dero gütigkeit so plump gemacht, so kom ich schon wider mit einer bettelley vmb ein tex käß, holantschen kes vom guten, vndt auch ein lantert mihr zue einer prob vohr mein schwangere fraw dochter, sie ist vnerhort gern käs ich werd mich zwar auch mit zue gast laden. (Brief 13.05.1699)“
https://emt-project.github.io/emt-static/kasten_blau_44_6_0402.html
(7) „Ich due mich gegen ewer Durchlaucht vnterdehnigst bedanken vohr die wein, bier vndt kes, so sie mihr gnädig überschikt haben, ist wohl alles haubt gutt. Zwar den wein hab noch nit von gedrunken, schpar in, bis mihr auf Wien kommen, weil nach aber vom vohrigen hie versehn bin, weis aber wohl, das er perfect sein wirt. Das bir ist noch gar guett ankommen, vndt die kes kann ich nit genuechsammb loben.“ (Brief o.O. 1681)
https://emt-project.github.io/emt-static/kasten_blau_45_8_0460.html
(8) Keller, Biograph
(9) Wagner, S. 75
(10) Keller, Biograph
(11) Keller, Peper u.a., Die Korrespondenz der Kaiserin Eleonore Magdalena
(12) Weid , S. 18
Zum Thema „Musik“ vergl. auch Anna Spitzbart, Musik am Kaiserhof – siehe Literaturverzeichnis.
(13) Wagner, S. 71
(14) „Auf Sankt Maria Magdalena dag haben Mayestät dorten ein musikh halten laßen, welche ich ewer Durchlaucht hiermit gehorsamst überschike, dan sie gahr herzig wahre. Mein kleiner hatt ein große freüdt darmit, ist ihm niks über geigen vndt musik, laße ihn des abens schier allezeit zur taffelmusikh herumb dragen, dah ist ein große freüt vndt er gewohnt auch darmit, vntter vill leütten zue sein vndt fremde gesichter zue kennen, deren es allezeit genuech bei der taffel gibt, wie ewer Durchlaucht wohl wißen.“ (Brief 27.7.1680)
https://emt-project.github.io/emt-static/kasten_blau_45_8_0348.html
(15) „Überschikh ewer Durchlaucht vnterdehnigst das endt der opera vom Minati . Der Dragi wirt auch auf könftigen sontag wider ein guetten deil schiken. (…)
Es kumbt mir sonst vohr, es sey nit übel, so woll die music als die poesia. Ich hab zwar nuhr etlige arien noch daruon gehört, die ihr Mayestät geschlagen haben. Ihr Mayestät haben auch 3 arien daruon gemacht, (…) Sie seint gahr schön.“ (Brief 17.4.1687)
https://emt-project.github.io/emt-static/kasten_blau_45_15_0161.html
(16) Wagner, S. 89 f.
(17) Wagner, S. 90
(18) vergl. Peper, Jagd
(19) Wagner, S. 55
(20) Schmid, S. 168
(21) Der Brief von Johann Wilhelm als Regest unter
https://kaiserin-eleonora.oeaw.ac.at/kasten_blau_44_6_0201.html
Zur komplexen Thematik des Friedensplans vergl. auch Ines Peper, „Friedensplan“ – siehe Literaturverzeichnis. Dort auch der transkribierteText.
(22) „Auf den andern langen brif wegen des proiect, so dero Liebden gemacht wegen des Konig Wilhelm, Papst vndt Florenz, wirt der Hamilton schon lengst geantwort haben, also hats darbey sein bewenden.“ (Brief 24.04.1694)
https://emt-project.github.io/emt-static/kasten_blau_44_6_0218.html
(23) „Dass jedoch eine starke religiöse Neigung vorlag, ist unbestreitbar. Zu der in der Zeit verbreiteten ignatianisch-jesuitischen Spiritualität gesellte sich mystische Orientierung bei gleichzeitig praktischem Apostolat; eine Mischung, welche von der Erziehung durch die armherzigen Brüder bis hin zu einer lebenslangen Bindung an das Kapuzinerideal, verkörpert u. a. in P. Marco d’Aviano, ihren Ausdruck fand.“ (Schmid, 172f)
(24) Kaps, S. 110 ff; Wagner S. 81 f., S. 83 f.
(25) Wagner, S. 142f., S. 149
(26) a.a.O., S. 149
(27) „Due mich auch schönsten bedanken,das dero Liebden mihr wollen wider mit schunken, fleisch vnd käß regaliren, wirt alles auf dero gutte gesuntheit verzehrt werden, bin nit werdt, das dero Liebden so fleißig auf mich gedenken.“ (Brief 08.02.1713)
https://emt-project.github.io/emt-static/kasten_blau_44_11_0106.html
(28) Hawlik-van de Water, S. 116
(29) Vocelka, Heller, S. 30
(30) Wagner, S. 151 – 153
(31) Holderriedt, S. 11
(32) Wagner, S. 152
(33) „Due mich auch schuldigst vndt herzinniglist bedanken vohr das schöne überschikte buech, vndt ist mihr dises ein doppelt freüdt vndt trost, das dero Liebden nit allein meiner wehnigen person eingedenk, sondren auch vohr mein ewiges heil, an welchem alles ligt vndt ohne welche alles andere niks ist, sorgen wollen.“ (Brief 20.02.1716)
https://emt-project.github.io/emt-static/kasten_blau_44_11_0347.html
(34) Wagner, S. 216 f.
(35) a.a.O., S. 221
(36) a.a.O., S. 223
(37) So zum Beispiel in dem Standardwerk von Hawlik-van de Water, S. 116
(38) Zieger, Bericht
(39) Kahn 2021
Quellen und Literatur
Hawlik-van de Water, Magdalena: Die Kapuzinergruft – Begräbnisstätte der Habsburger in Wien, Wien (Herder & Co.) 1993
Holderriedt, Jacob: Eisenes, silbernes, güldenes Kayserthumb in dreyfachem Reich, von Eleonora Magdalena Theresia, Weyland Gecrönten Römischen Kayserin ect. Heiligmässig auf Erden geführt bei Hochfeyerlicher Leich-Besingnuß Ihrer Majestät …; Innsbruck 1720, Digitalisat Bayrische Staatsbibliothek: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10320245-1
Kahn, Antje: Düsseldorfs starke Frauen, Düsseldorf (Droste), 2. Aufl. 2021
Kaps, Wolfgang: Eleonore Magdalena (Theresia) von Pfalz-Neuburg (1655 – 1720), https://www.pfalzneuburg.de/wp-content/uploads/2010/03/EleonoreMagdalena1.pdf (Stand: Dezember 2023 von der Webseite: http://www.pfalzneuburg.de), Letzter Abruf: 27.07.24
Keller, Katrin (12. Mai 2019). Der Biograph der Kaiserin. Kaiserin und Reich. Abgerufen am 13. Januar 2026 von https://doi.org/10.58079/qlj5
Keller, Katrin: Die Kaiserin. Reich, Ritual und Dynastie, Wien (Böhlau) 2021, als PDF kostenlos erhältlich: https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/51270
Keller, Katrin; Peper, Ines u.a.: Die Korrespondenz der Kaiserin Eleonora Magdalena (1655–1720) von Pfalz-Neuburg. Bearbeitet von Katrin Keller, Ines Peper, Dorota Vargová, Anna Spitzbart. Technische Umsetzung durch Peter Andorfer, Matthias Schlögl, Levente Kiraly. Wien 2024. https://kaiserin-eleonora.oeaw.ac.at/index.html
Peper, Ines 21. April 2022). „Heütt haben mihr auf ein iagen sollen, die saw haben sich aber entschuldiget“[1]: Die Kaiserin berichtet von der Jagd. Kaiserin und Reich. Abgerufen am 13. Januar 2026 von https://doi.org/10.58079/qljp
Peper, Ines (1. März 2023). „und stelleten alles in rechte Ruhe“: Ein Friedensplan des pfälzischen Kurfürsten im Jahr 1694. Kaiserin und Reich. Abgerufen am 12. Januar 2026 von https://doi.org/10.58079/qljy
Peper, Ines/Spitzbart, Anna: Zur Korrespondenz von Kaiserin Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg (1655–1720). Ein neues Forschungsprojekt, in: Histrhen. Rheinische Geschichte wissenschaftlich bloggen, 16.05.2022, http://histrhen.landesgeschichte.eu/2022/05/korrespondenz-kaiserin-eleonora-magdalena-pfalz-neuburg-edition
Schmid, Josef Johannes: Eleonore Magdalena von der Pfalz – ein Leben zwischen den Häusern Neuburg und Habsburg, in: Braun, Bettina; Keller, Katrin; Schnettger, Matthias (alle Hrg.): Nur die Frau des Kaisers? Kaiserinnen in der Frühen Neuzeit (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung Bd. 64), Wien (Böhlau) 2016, S. 157 – 174
Spitzbart, Anna (23. Januar 2023). Kochen mit der Kaiserin – ein gastrosophischer Ausflug. Kaiserin und Reich. Abgerufen am 13. Januar 2026 von https://doi.org/10.58079/qljx
Spitzbart, Anna (11. September 2023). “Es kumbt mir sonst vohr, es sey nit übel, so woll die music als die poesia”. Musik am Kaiserhof im Spiegel der Briefe Kaiserin Eleonora Magdalena Theresias. Kaiserin und Reich. Abgerufen am 12. Januar 2026 von https://doi.org/10.58079/qlk3
Vocelka, Karl / Heller. Lynne: Die Lebenswelt der Habsburger. Kultur- und Mentalitätsgeschichte einer Familie, Graz, Wien, Köln ((Verlag Styria) 1997
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Weid, Peter von der: Spititus Principalis, Das ist: Fürstlicher, allzeit Großmüthiger Tugendgeist, In Eleonora Magdalena Theresia, Weyland Römischer Kayserin … Da Ihrer Majestät Leich-Begängnuß In der Regenspurgisch-Hochfürstl. Domstiffts-Kirchen bei herrlichen Traur-Gerüst den 10. 11. und 12. April dises lauffenden 1720; Regenspurg 1720, Digitalisat Bayrische Staatsbibliothek: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10320250-0
Ziegler, Josef: Bericht der Restauratoren, in: Die Kapuzinergruft — Zeitschrift d. Gesellschaft zur Rettung d. Kap.-Gruft, Wien o.J. (wahrscheinlich 1993 oder 1994), Text von nur einer Seite, ohne Seitenangabe
© Dr. Peter Hachenberg 18.01.2026






